PANTOFFELHELDIN #03:
ANDREA MINICHBERGER

Es war ein ungemütlicher zu kalter Tag im März 2018, als ich Andrea zum ersten Mal traf. Wir flüchteten vor dem Regen in ihr WohnZimma und es war Frühling. Nicht nur die wohlige Wärme, auch der Duft nach frischem Kuchen und das sonnige Gemüt von Andrea taten das ihre dazu, die grausige Welt da draussen zu vergessen. Wie ein Schmetterling flatterte sie in ihren Obenaus Pantoffeln durch den Raum und lachte dabei. Es hatte den Anschein, sie fühlte sich genauso wohl wie ihre Gäste. Sie gehörte dorthin und nirgendwo anders.

Dabei hatte sie sich schon an vielen Orten versucht. In verschiedenen Büros – vom Tourismus- bis zum Baustellenbüro – im Kolleg für Grafik und Fotografie, wieder zurück ins Büro. Und unglücklich. Bis zu jener unruhigen Vollmondnacht, in der sich alles veränderte. Und ihr die Erleuchtung kam: ein eigenes Lokal, das wollte sie!
Der perfekte Platz war mit dem alten Mesnerhaus im kleinen Piesendorf bald gefunden. Und nach 1.400 km Fahrt quer durch Österreichs Wohnzimmer war auch die Einrichtung beisammen. WohnZimma I das KAFF.ee konnte eröffnet werden.

Und weil es dort halt so richtig gemütlich ist und man sich wie zu Hause vor dem Kachelofen fühlt, hat Andrea auch am liebsten das an, was sie daheim an den Füßen trägt. Deshalb flitzt sie in ihren original Obenaus Pantoffeln durchs ‘KAFF.ee’ und schaut nicht nur sehr glücklich aus, sondern ist dazu auch noch schnell.
Zu verdanken habe ich diese Bekanntschaft meinem Bruder, der einst in diese Gegend zog, Andrea – und vielen anderen Menschen dort – meine Pantoffeln wärmstens empfahl und mittlerweile im WohnZimma genauso daheim ist wie sie selber.

Bei unserem letzten Besuch im Pinzgau zeigte er es uns. Es war ein wunderschöner gemütlicher Nachmittag bei Andrea. Eine Bekanntschaft jener Art, die man glaubt, schon vor Ewigkeiten gemacht zu haben. Der Kuchen schmeckte super, der Kaffee auch. Die ältere Tochter war entzückt vom Mobiliar, das sie sogleich ins Gästebuch malte. Die jüngere verliebte sich in einen Skilehrer, der am Nachbartisch saß und mit sich flirten ließ.
Wir kommen sicher bald wieder.

www.wohnzimma.com

PANTOFFELHELD #02:
JOHN ZAPF

John lernte ich im Jahr 2009 auf einer Hochzeit im Piemont kennen. Es war eine ungewöhnliche, lustige Hochzeit und deshalb verwunderte es auch nicht, dass John sogar aus Los Angeles angereist kam, um als Trauzeuge eine beeindruckende Rede zu halten. Als ich ihm von mir und meinen Pantoffeln erzählte, wollte er unbedingt welche haben, mit rosaroter Borte. Das war ungewöhnlich. So ging das erste Paar über den Atlantik…

Das nächste Mal sahen wir uns wieder im Jahr 2013, als wir mit unserer Tochter einige Monate in Kalifornien verbrachten. Mittlerweile hatten Johns Mitbewohnerinnen – fünf Katzen – seine Patschen bis zur Unkenntlichkeit zerstört und er gab mir eine weitere Bestellung mit über das Meer. In meiner Vostellung passte die Kombination von Filzpantoffeln und ewiger kalifornischer Sonne nicht recht zusammen, aber ich wurde bald eines besseren belehrt. Nirgendwo sonst in meinem früheren Leben waren die Fußböden so kalt, die Wände so schlecht isoliert und ich so voller Freude über meine eigenen Pantoffeln im Koffer.

John lud uns in sein Haus an einem steilen Hang in L.A. ein, umgeben von vielen Katzen, die sich über die neuen Pantoffeln freuten, einem selbst gebauten Pizzaofen, einer Lagerfeuerstelle hinter dem Haus und von kalifornischer Wildnis mit gefährlichen Spinnen und Klapperschlangen.
Unser eineinhalbjähriges Kind fühlte sich nirgends so wohl wie auf Johns Couch mit der rosaroten Tigerdecke. Und John liebte seine Pantoffeln – er trug sie im Haus, im Garten, beim Pizzabacken. Das dritte Paar bekam er letzte Weihnachten von seinem Freund, dem Bräutigam, zugeschickt, dieses Mal in schwarz.

Mittlerweile hat er selbst eine kleine Tochter. Auch sie soll Pantoffeln bekommen. Wenn sie groß genug für Schuhgröße 24 ist.
Vielleicht kommt er mit ihr demnächst nach Wien. Vielleicht wird unsere Sehnsucht nach dieser schrägen Welt da drüben so groß, dass wir sie uns noch mal ansehen müssen.
Unsere Tochter kann sich leider nicht mehr erinnern. Aber wir reden oft von John, seinem außergewöhnlichen Haus, der besten Pizza, die wir jemals gegessen haben, vom staubigen Garten und der untergehenden Sonne von Los Angeles im Rücken.

PANTOFFELHELDIN #01:
FRIEDERIKE THUM

Als Nachbarinnen kennen wir uns seit der ersten Stunde. Friederike wohnte am Marktplatz gegenüber, Haus Nr.30. Wir teilten viel miteinander, Zeit, Freunde, Geheimnisse. Erklärt sich von selbst, dass sie die Pantoffeln auch kennt, seit sie denken kann. Früher noch die von den drei Geschwistern nachgetragen, erstand sie ihr erstes eigenes Paar 1992, für ein wohliges Wärmegefühl im Internat in Graz. Dieses Exemplar schaut heute noch aus ihrem Gästepantoffelkorb heraus. Mehrmals nachgenäht, etwas zerfleddert, aber immer noch in Verwendung. Insgesamt elf Paare lugen aus diesem Korb.

Heute wohnt Friederike in einem kleinen Häuschen am Rande von Wien, wo im Keller ihre Töpferwerkstatt Platz gefunden hat. Auch dorthin geht und arbeitet sie in den Pantoffeln, denn der Boden ist ziemlich kalt. So wie überall im Haus. Wunderbare Kugeln, Häferl und sonst noch allerlei Kostbarkeiten werden dort getöpfert, verziert und gebrannt. Der Brennofen dient auch als Trockenraum für die Pantoffeln, die sie immer wieder wäscht.

Die neuen behält sie selbst, die alten wandern in den Korb. Oder ihre Mitbewohnerinnen nehmen sie nach dem Auszug mit. Ihre eigenen hat sie überall dabei, ob auf Skikurs, in der Therme oder zum Abendessen bei Freunden, wenn sie weiß, dass es dort keine gibt.
Viele ihrer Bekannten hat sie schon mit Pantoffeln beschenkt.

Sie selbst trägt sie am liebsten barfuß, im Sommer auch gern im Garten, denn sie liebt die Wolle und ihre thermischen Eigenschaften.
Darum bevorzugt sie auch selbst gestrickte Pullover. So sitzt sie als Ausgleich zum Töpfern und zur Schule, wo sie Bildnerische Erziehung unterrichtet, oft bei ihrem Ofen und strickt – natürlich in Filzpantoffeln.

 

http://www.thumton.com